| Bibliotheken als Orte der Begegnung. Trinationaler Austausch in Masuren |
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| Geschrieben von: Susanne Brandt |
| Montag, den 10. Mai 2010 um 23:00 Uhr |
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So verschieden die jeweiligen Rahmenbedingungen und Organisationsstrukturen für ländliche Bibliotheksarbeit in den verschiedenen Ländern auch sein mögen – im Kern ging es allen Teilnehmenden um elementare gemeinsame Fragen: Wie können Bibliotheken im ländlichen Raum Anregungen und Möglichkeiten für eine vernetzte Begegnungs- und Beteiligungskultur bieten? Welche Angebote sind für welche Regionen am besten geeignet, um die kreative Auseinandersetzung mit Traditionen und Geschichte, Kultur und Landschaft vor Ort zu beleben? Und in welcher Weise können Bibliotheken zusammen mit Partnern dazu beitragen, dass Menschen an einer Verbesserung von Lebensqualität und Zukunftsperspektiven im ländlichen Raum aktiv mitwirken? Die ersten Tage des gemeinsamen Aufenthaltes galten dem Austausch und dem Kennenlernen verschiedener Bibliothekssysteme und –projekte in den verschiedenen Ländern. Freiwillig Engagierte trugen mit ihrer Übersetzungshilfe dazu bei, dass sich trotz Sprachbarrieren lebendige Diskussionen und Gespräche entwickeln konnten. Einige Exkursionen führten zu größeren und kleineren Bibliotheken der umliegenden Städte wie z.B. nach Mragowo, Olsztyn und Reszel. Durch die vielfältigen Eindrücke inspiriert, ging es schließlich darum, in Kleingruppen eigene kleine Bibliotheksprojekte für die verschiedenen Herkunftsorte zu entwickeln. Durch Fördermittel der Robert Bosch Stiftung und der Stefan Batory Stiftung (Warschau) für trilaterale Zusammenarbeit ist es möglich, nicht nur den gemeinsamen Studienaufenthalt in Rodowo zu finanzieren, sondern auch eine Auswahl der hier entwickelten Projektideen in Belarus und Polen bei der praktischen Umsetzung vor Ort zu unterstützen. So werden die ausgewählten Bibliotheken in den kommenden Wochen und Monaten Angebote zur Berufsorientierung durchführen oder einen Treffpunkt für Frauen gründen, Kinder durch unterschiedliche Medien und Aktivitäten mit der Kultur und Tradition ihrer Region vertraut machen, Menschen aller Generationen zu Gesprächsrunden einladen oder bei gemeinsamen Ausflügen aktiv das jeweilige Lebensumfeld erkunden. Mit einem reich gefüllten Schatz an Erfahrungen, Eindrücken und neuen Ideen sind am Ende alle Teilnehmenden aus dem idyllisch gelegenen Rodowo an ihre verschiedenen Wirkungsorte in Ost und West zurückgekehrt. Und manche der hier geknüpften Kontakte oder neu gewonnenen Einblicke werden auch über den Projektzeitraum hinaus dazu beitragen, dass Bibliotheksarbeit auf dem Lande als ein lebendiger Prozess der Begegnung und Weiterentwicklung von Menschen für Menschen an Profil und Bedeutung gewinnt. Susanne Brandt
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Zu einem gemeinsamen Projekt der Christlichen Bildungsinitiative e.V. mit Sitz in Göttingen, der polnischen Fundacja Rodowo und der belarussischen Nichtregierungsorganisation „Modem“ trafen sich Ende April rund 30 Mitarbeitende aus belarussischen, polnischen und deutschen Bibliotheken im masurischen Camp Rodowo, um voneinander zu lernen und gemeinsam neue Ideen für eine lebendige Gestaltung von Kultur- , Bildungs- und Begegnungsmöglichkeiten in ländlichen Regionen zu entwickeln.